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Unbenanntes Dokument

20. Juni 2010
18:00 Uhr
Konzert mit der Rinck-Gesellschaft
in der Ev. Kirche Worfelden
"Das Abendlied"

Kirchen-Konzert mit der Rinck-Gesellschaft
Am Sonntag, 20. Juni 2010, wurde in der evangelischen Kirche Worfelden ein Konzert zu Ehren des Komponisten Christian Heinrich Rinck aufgeführt.
Christian Heinrich Rinck (1770 - 1846) war Großherzoglich Hessischer Hoforganist. In seiner Schaffenszeit komponierte er viele Orgel-, Klavier- und Chorwerke, ebenso Kammer- und Orchestermusik. Sein mitunter berühmtestes Werk war "Abend wird es wieder". Einst war er der "Rheinische Bach", doch dann geriet er mehr und mehr in Vergessenheit.
Das Konzert diente dazu, diesem großartigen Komponisten, Organisten und Lehrer ein Andenken zu widmen, ihn wieder "neu" zu entdecken und das Publikum mit seinen bekanntesten Werken vertraut zu machen.  
Das Konzert hatte den Verlauf eines Gottesdienstes unter Mitwirkung des Rinck-Vokal Ensembles Rheinhessen-Pfalz unter der Leitung von Herrn Dr. Eppler, das aus ausgebildeten und erprobten Sängerinnen und Sängern bestand, und dem Flötenensemble Gegenwind. An der historischen Knauth-Orgel spielte Pfarrer i. R. Klaus Scheuermann. An die verschiedenen Werke von C. H. Rinck führte Pfarrer Dr. Wolfgang Rimbach-Sator (Präsident der Rinck-Gesellschaft) die Zuhörer heran. Pfarrer Richard Luh gestaltete den gottesdienstlichen Teil des Abends.  
Die Veranstaltung begann mit einem Orgelvorspiel durch Pfarrer i. R. Klaus Scheuermann mit einer anschließenden Begrüßung durch Pfarrer Richard Luh.
Das Flötenensemble Gegenwind spielte dann eines von Rincks phantastischen Kirchenmusik-Werken: "Lobe den Herren, den mächtigen König". Im Anschluß daran sang die Gemeinde noch einmal dieses Werk mit Orgelbegleitung.
Pfarrer Luh verkündete nun den Eingangsspruch, der mit dem Flötenspiel von "Lobsinget Gott, erhebet seinen Namen" beendet wurde.
Christian Heinrich Rinck komponierte eine sehr berührende Orgelmesse, die von dem Rinck-Vokal Ensemble dargeboten wurde. Pfarrer i. R. Scheuermann präsentierte eine kurze Einführung zur Messe. Das Rinck-Vokal Ensemble sang die Messe gemäß ihres 6-teiligen Aufbaus: 1. Kyrie (Erbarmen), 2. Gloria (Ehre), 3. Credo (Glaube), 4. Sanctus (Heilig), 5. Benedictus (Lobpreisung) und 6. Agnus Dei (Lamm Gottes). Die Fachwerkkirche verfügt über eine gute Akkustik und Klangqualität. Gepaart mit den wunderbaren Stimmen war dies ein sehr beeindruckender Moment und ein einzigartiger Hörgenuß. 
Rinck hatte selbst das Vaterunser vertont. Die Flötenspielerinnen von Gegenwind brachten es zu Gehör. Danach verlieh das Vokalensemble der Musik ihren klangvollen Text.  
Pfarrer Dr. Rimbach-Sator führte die Anwesenden zum Abendlied hin. Vorher gab er einige wesentliche Daten aus Rincks Leben und Wirken bekannt. Das Abendlied wurde nun vielfältig dargebracht. Das Flötenspielensemble spielte uns die Melodie vor. Danach erfolgten mehrere Melodievariationen mit der Orgel. Zum Abschluß sang das Publikum gemeinsam mit Orgelbegleitung das "Abendlied".
Zur Beendung dieser gelungenen Vorführung gab Pfarrer Luh allen Anwesenden Gottes Segen und lud anschließend noch zu einem kleinen Umtrunk mit Diskussion ein.
von Claudia Landsberger

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Konzert Orgel und Gesang 
Christian Heinrich Rinck (1770 – 1846)
Großherzoglich Hessischer Hoforganist, 
Komponist von Orgel-, Klavier- und Chorwerken,
Kammer- und Orchestermusik.
Einst als  „Rheinischer Bach“ weltberühmt, 
später fast vergessen.
Wir entdecken ihn wieder !
20. Juni 2010  Evangelische Kirche Worfeleden
19:00 Uhr
Es wirken mit:
Rinck-Vokal-Ensemble Rheinhessen-Pfalz
unter Leitung von Herrn Dr. Eppler
Flötenensemble: Gegenwind
Orgel: Klaus Scheuermann

 

Christian Heinrich Rinck-Gesellschaft in Darmstadt
Präsident: Dipl. Psych. Pfr. Dr. Wolfgang Rimbach-Sator
 
Rinckdenkmal in Elgersburg


Johann Christian Heinrich Rinck stammt aus einer thüringischen Lehrerfamilie. 1786 wurde er Schüler von Johann Christian Kittel, der noch Schüler von Johann Sebastian Bach gewesen war. Rinck verzichtete auf ein weiterführendes Studium und trat stattdessen ab 1790 eine zunächst gering besoldete Stelle als Stadtorganist in Gießen an. Im Jahre 1803 avancierte er dort zum Universitätsmusikdirektor. Rinck war in Gießen vom deutschen Musikleben abgeschnitten (vgl. seine Autobiographie) und versuchte daher schon vor der Jahrhundertwende, Gießen zu verlassen. 1805  Übersiedlung nach Darmstadt; dort wurde er Kantor und Organist der Stadtkirche, später Hoforganist und Kammermusiker von Großherzog Ludwig I..

 
Zudem wirkte Rinck als Musiklehrer am Paedagogium, dem späteren Ludwig-Georgs-Gymnasium, und als einflussreicher Musikkritiker.

Christian Heinrich Rinck galt schon früh als einer der besten Organisten seiner Zeit, wurde als Orgelsachverständiger konsultiert und unternahm mehrfach Konzertreisen.

Bedeutendes Ansehen gelangte Rinck als Komponist von Orgelmusik, besonders als Verfasser der bis zur Inflation 1923 (dem wirtschaftlichen Ende der Rinck-Stiftung) weltweit stark verbreiteten sechsbändigen "Praktischen Orgelschule" op. 55. Der Schott-Verlag machte sich Rincks Popularität zu eigen, indem er Rinck zum Verfasser des ersten Klavierauszugs von Ludwig van Beethovens Missa Solemnis machte. 1840 folgte die Ernennung zum Ehrendoktor der Universität Gießen. Zu seinen Schülern gehörte unter anderen Adolf Friedrich Hesse.
Als Zeitgenosse von Mozart, Beethoven und Schubert war Christian Heinrich Rinck ein fruchtbarer Komponist, der Elemente der barocken Polyphonie, der Klassik und der Frühromantik in seinem Personalstil vereinte. Unter seinen 129 mit Opuszahlen versehenen Werken überwiegen die Orgelwerke. Gerade mit der Orgelmusik und seinen Orgellehrwerken gilt Rinck als herausragende Persönlichkeit der Kirchenmusikgeschichte des 19. Jahrhunderts.

Rinck war bis weit über seinen Tod hinaus weltberühmt. Sein Ruhm verblasste erst durch die Bachrenaissance der 1920er Jahre, die das 19. Jahrhundert als "dunkel" und im Vergleich zur barocken Kirchenmusik als minderwertig einstufte. Erst seit ca. zwei Jahrzehnten - im Zuge der Wiederbeschäftigung mit der Kirchenmusik des 19. Jahrhunderts - wird auch das Schaffen von Johann Christian Heinrich Rinck zunehmend wieder höher und seiner einstigen Bedeutung gerecht werdend eingestuft. Für die Wiederbelebung seines Schaffens setzt sich die Christian-Heinrich-Rinck-Gesellschaft Darmstadt e.V. ein. Wichtigster Verleger Rinckscher Werke in der Gegenwart ist der Verlag Dohr Köln.

Quelle: Wikipedia

Kompositionen
Rinck erhielt 1833 die Gelegenheit, seine Autobiographie zu verfassen und drucken zu lassen. Die "Selbstbiographie" Rincks enthält ein von ihm selbst verfasstes Werkverzeichnis, zudem einige Hinweise zu weiteren, ungedruckten Werken. Rinck teilt sein Schaffen in drei Kategorien:
(I) Orgelwerke; (II) Klavier- und Kammermusik; (III) Vokalwerke.

Durch seine Berufung nach Darmstadt gewinnen die Orgelwerke gegenüber den Klavier- und Kammermusikwerken, die Rinck selbst als "Kompositionen für meine Schüler" abtut, an Bedeutung.

Erst mit dem Aufkeimen des katholischen Cäcilianismus beginnt der mit Hans Georg Nägeli befreundete Rinck, sich verstärkt auch der Komposition von Vokalmusik, hier vor allem der geistlichen Chormusik, zu widmen.

Unter den Orgelwerken haben seine Orgelschulen (Praktische Orgelschule op. 55) und sein im Schott-Verlag mit sechs Jahrgängen und zwei Supplementen erschienene "Choralfreund", eine Anthologie aller in deutschen Landen gebräuchlichen protestantischen Choralmelodien als im Abonnement erscheinende Sammlung von Choralbearbeitungen, die auch regionale Melodieflexionen berücksichtigte, herausragende Bedeutung erlangt. Rinck, im Bachschen Geiste agierend, kann hier durchaus als derjenige angesehen werden, der das protestantische Kirchenmusikleben für das 19. Jahrhundert formatiert hat.